9. Februar 2026·8 Min. Lesezeit

Dating-App-Hack 2026: So bleibst du sicher beim Online-Dating

Die Cybercrime-Gruppe ShinyHunters hat im Januar 2026 Millionen Dating-Profile von Tinder, Bumble und Match Group kompromittiert. Was das für deine Online-Dating-Sicherheit bedeutet und welche konkreten Schritte du jetzt unternehmen solltest.

Was ist passiert? Die Fakten zum Datenleck

Im Januar 2026 bestätigten sowohl Bumble als auch die Match Group (Besitzer von Tinder, Hinge, Match, OkCupid und weiteren Dating-Plattformen) Sicherheitsvorfälle. Die berüchtigte Hacker-Gruppe ShinyHunters behauptet, über eine neue "Vishing"-Technik (Voice-Phishing) Zugang zu Single-Sign-On-Credentials erlangt zu haben.

Bumble gab an, dass ein Contractor-Account durch einen Phishing-Angriff kompromittiert wurde, was kurzzeitig unbefugten Zugriff auf einen kleinen Teil des Netzwerks ermöglichte. Match Group bestätigte einen Vorfall mit "einer begrenzten Menge an Nutzerdaten" und informiert betroffene Kunden. ShinyHunters veröffentlichte Screenshots von angeblich 30 GB komprimierten Dateien aus Google Drive und Slack.

Welche Dating-Apps sind betroffen?

Die Match Group betreibt ein Portfolio der weltweit meistgenutzten Dating-Plattformen. Zu den potenziell betroffenen Apps gehören:

Betroffene Plattformen

  • Tinder: Die weltweit größte Dating-App mit Millionen aktiven Nutzern
  • Bumble: Eigenständige Plattform, ebenfalls von ShinyHunters angegriffen
  • Hinge: Die "App, die gelöscht werden soll" – auch Teil von Match Group
  • Match.com: Eine der ältesten Dating-Plattformen
  • OkCupid: Bekannt für ausführliche Profile und Matching-Fragen
  • Meetic: Führende Dating-Plattform in Europa

Wichtig zu wissen:

Match Group kontrolliert etwa 60% des Dating-App-Marktes. Ein Sicherheitsvorfall bei diesem Unternehmen betrifft damit einen Großteil aller Online-Dating-Nutzer weltweit.

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Welche Daten könnten kompromittiert sein?

Während die Unternehmen versichern, dass keine privaten Nachrichten, Passwörter oder vollständige Profile direkt betroffen sind, solltest du die Tragweite realistisch einschätzen. Bei Datenlecks dieser Größenordnung können verschiedene Informationsebenen betroffen sein:

Potenziell betroffene Informationen

  • Account-Informationen: E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten
  • Profil-Details: Namen, Profilbilder, biografische Angaben
  • Standortdaten: Allgemeine oder präzise Ortsinformationen
  • Verknüpfungen: Social-Media-Accounts, Instagram-Handles
  • Verhaltensdaten: Swipe-Muster, Match-Vorlieben, Aktivitätszeiten

Die unmittelbaren Risiken für dich

Ein Datenleck bei Dating-Apps ist besonders kritisch, weil es persönliche und oft intime Informationen betrifft. Hier sind die konkreten Gefahren, die du auf dem Schirm haben solltest:

1. Gezielte Phishing-Angriffe

Mit Zugang zu deiner E-Mail-Adresse und dem Wissen, dass du Dating-Apps nutzt, können Kriminelle überzeugend gefälschte Nachrichten erstellen. Diese könnten vorgeben, von Tinder oder Bumble zu stammen und dich auffordern, dein Passwort zurückzusetzen oder persönliche Informationen zu verifizieren.

2. Romance-Scams und Betrug

Betrüger wissen jetzt genau, wer aktiv auf Dating-Apps ist. Sie können gezielt Fake-Profile erstellen, die auf deine Vorlieben zugeschnitten sind, um Vertrauen aufzubauen und dich später finanziell auszunutzen.

3. Identitätsdiebstahl

Kombiniert mit anderen Datenlecks können die Informationen aus Dating-Apps verwendet werden, um deine Identität zu stehlen oder Accounts in deinem Namen zu erstellen.

Kontext:

ShinyHunters ist keine neue Gruppe. Sie waren bereits 2020 für den Diebstahl von 70 Millionen AT&T-Kundendaten verantwortlich und verkauften 2021 700 Millionen LinkedIn-Profile im Darknet.

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Dein Aktionsplan: 7 Schritte für mehr Sicherheit

Auch wenn du nicht sicher weißt, ob deine Daten direkt betroffen sind, solltest du proaktiv handeln. Hier ist ein strukturierter Plan, um deine Online-Dating-Sicherheit zu verbessern:

Schritt 1: Passwörter sofort ändern

Ändere deine Passwörter bei allen Dating-Apps – nicht nur bei Tinder und Bumble, sondern auch bei anderen Plattformen. Verwende für jede App ein einzigartiges, starkes Passwort mit mindestens 12 Zeichen, einer Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.

Nutze einen Passwort-Manager wie 1Password, Bitwarden oder den integrierten iCloud-Schlüsselbund, um komplexe Passwörter sicher zu verwalten.

Schritt 2: Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren

Die meisten Dating-Apps bieten mittlerweile 2FA an. Aktiviere dies in den Sicherheitseinstellungen deiner Apps. Selbst wenn dein Passwort kompromittiert wird, benötigen Angreifer einen zweiten Faktor (meist einen Code auf dein Handy), um Zugang zu erhalten.

Schritt 3: Überprüfe deine E-Mail-Sicherheit

Besuche haveibeenpwned.com und gib deine E-Mail-Adresse ein, um zu prüfen, ob sie in bekannten Datenlecks auftaucht. Wenn ja, ändere auch das Passwort deines E-Mail-Accounts und aktiviere dort 2FA.

Schritt 4: Profil-Informationen minimieren

Überprüfe deine Dating-Profile und entferne unnötige persönliche Details. Du brauchst nicht deinen vollen Namen, deinen genauen Arbeitgeber oder deine Uni im Profil. Je weniger Informationen öffentlich sind, desto besser.

Schritt 5: Account-Aktivität überwachen

Gehe in die Einstellungen deiner Dating-Apps und überprüfe die Login-Aktivitäten. Achte auf unbekannte Geräte oder Login-Versuche von ungewöhnlichen Standorten. Bei verdächtigen Aktivitäten solltest du alle Geräte abmelden und dein Passwort erneut ändern.

Schritt 6: Phishing-Bewusstsein schärfen

Sei in den nächsten Wochen besonders vorsichtig bei E-Mails oder SMS, die angeblich von Dating-Apps stammen. Klicke keine Links in solchen Nachrichten. Wenn du eine Aufforderung erhältst, dein Passwort zu ändern oder Informationen zu bestätigen, gehe direkt über die App oder durch Eingabe der URL im Browser zur Website.

Schritt 7: Erwäge eine separate E-Mail für Dating

Erstelle eine dedizierte E-Mail-Adresse nur für Dating-Apps. Wenn diese kompromittiert wird, ist dein Haupt-E-Mail-Account mit all deinen anderen wichtigen Diensten nicht betroffen.

Langfristige Dating-Sicherheitsstrategie

Dieser Vorfall sollte ein Weckruf sein, deine allgemeine Herangehensweise an Online-Dating-Sicherheit zu überdenken. Hier sind einige Prinzipien für nachhaltigen Schutz:

Datenminimierung als Prinzip

Teile nur die Informationen, die wirklich notwendig sind. Du musst nicht jedes Detail deines Lebens in dein Dating-Profil packen. Ein interessantes, authentisches Profil kann auch mit weniger persönlichen Details funktionieren.

Bewusster Umgang mit Fotos

Verwende wenn möglich unterschiedliche Fotos für verschiedene Dating-Apps. Entferne Metadaten (GPS-Informationen) aus deinen Bildern, bevor du sie hochlädst. Apps wie ImageOptim für Mac oder Photo Metadata Remover für Android helfen dabei.

Tools, die deine Privatsphäre respektieren

Nutze Dating-Tools, die keine zusätzlichen Sicherheitsrisiken schaffen. Eden AI bietet dir beispielsweise professionelles Profile-Feedback und Message-Coaching, ohne dass deine Dating-App-Daten auf externen Servern gespeichert werden müssen. Die Analyse erfolgt lokal auf deinem Gerät.

Wichtiger Hinweis:

Je größer die Plattform, desto attraktiver für Hacker. Diversifizierung kann helfen – nutze nicht nur die großen Apps, sondern auch kleinere, sicherheitsbewusste Alternativen.

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Was Dating-Apps besser machen müssen

Dieser Vorfall zeigt systemische Probleme in der Dating-App-Industrie. Nutzer verdienen mehr Transparenz und besseren Schutz. Folgende Verbesserungen sollten Standard werden:

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Private Nachrichten sollten standardmäßig verschlüsselt sein, sodass selbst bei einem Hack die Inhalte nicht lesbar sind.
  • Regelmäßige Sicherheitsaudits: Externe Überprüfungen der Sicherheitsmaßnahmen durch unabhängige Experten.
  • Schnellere Breach-Benachrichtigung: Nutzer sollten innerhalb von 24 Stunden über Sicherheitsvorfälle informiert werden.
  • Datenlöschung auf Anfrage: Einfache Möglichkeit, alle Daten vollständig und unwiderruflich zu löschen.
  • Transparenz über Datennutzung: Klare Kommunikation darüber, welche Daten gespeichert werden und warum.

Fazit: Sicherheit und Dating müssen keine Gegensätze sein

Der ShinyHunters-Hack ist ernst, aber kein Grund, das Online-Dating aufzugeben. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen und einem bewussten Umgang mit deinen Daten kannst du weiterhin erfolgreich und sicher daten.

Nutze diesen Vorfall als Anlass, deine digitale Sicherheitsstrategie zu überdenken – nicht nur beim Dating, sondern generell. Starke, einzigartige Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein kritischer Blick auf die Daten, die du teilst, sind Grundlagen digitaler Selbstverteidigung.

Online-Dating bleibt eine der besten Möglichkeiten, neue Menschen kennenzulernen. Mit dem richtigen Sicherheits-Setup kannst du dich auf das konzentrieren, was wirklich zählt: authentische Verbindungen aufzubauen.

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